Deutscher Tierschutzbund
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Macht Regale frei von Hühnerquälerei

 

Ob Bahlsen, Verpoorten, Coppenrath & Wiese, Birkel, Dickmann ober Lambertz: In den Produkten dieser - und vieler anderer - Firmen werden Milliarden Eier aus qualvoller Käfighaltung verarbeitet. Viele Verbraucher wissen das nicht - und sie werden darüber auch nicht informiert. Wir fordern: Kennzeichnung der Eierherkunft auf den Packungen und Verzicht auf Käfigeier in Produkten

Leiden im Käfig

In Deutschland werden derzeit etwa 38 Millionen Hennen in Beständen mit mehr als 30.000 Legehennen gehalten. 78% von ihnen leben in Käfigen. In der herkömmlichen Käfighaltung stehen dem einzelnen Tier dabei nicht mehr als 550 Quadratzentimeter zur Verfügung. Es hat weniger Platz als auf einer Schreibmaschinenseite.

In dieser drangvollen Enge können sich die Hennen kaum bewegen. Der erzwungene Bewegungsmangel führt zu gesundheitlichen Schäden wie Fettleber, Fußballengeschwüren und Knochenschwäche. Arteigene Verhaltensweisen der Legehennen werden im Käfig unterdrückt. Hennen haben z.B. einen angeborenen Trieb zu scharren und zu picken. Da das im Käfig nicht möglich ist, richtet sich dieser Trieb gegen die Artgenossen. Es entstehen schwere Verhaltensstörungen wie Federpicken und Kannibalismus. Nicht zuletzt leiden die Tiere im Käfig an so genannter Legenot: Weil kein Nest für eine artgemäße Eiablage vorhanden ist, halten sie krampfhaft Eier zurück.

Seit Einführung der Käfige Mitte der 60er Jahre kämpft der Deutsche Tierschutzbund dafür, dass die Käfighaltung verboten wird und Legehennen tiergerecht in Freiland-, Boden- und Volierenhaltung gehalten werden. Vehement hat der Deutsche Tierschutzbund sich u.a. im Rahmen seiner Kampagne Kein Ei aus Quälerei für das Verbot der Käfighaltung eingesetzt – ebenso die 16 Landesverbände des Deutschen Tierschutzbundes und die Mitgliedervereine mit ihren zahlreichen Aktionen vor Ort.



Verbraucher mögen keine Qual-Eier
Eine Studie, die unsere Dachorganisation, die Eurogroup for Animals (vormals Eurogroup for Animal Welfare), in Auftrag gegeben hatte, belegt: Verbraucher bevorzugen Eier aus alternativen Haltungsformen. Die Untersuchung wurde zwischen 1995 und 2004 in 12 europäischen Ländern durchgeführt (Belgien, Dänemark, Deutschland, Spanien, Frankreich, Irland, Italien, Niederlande, Österreich, Finnland, Schweden und Großbritannien).

Während der Verbrauch von Eiern aus Käfighaltung um Größenordnungen zwischen 11 und 28 % rückläufig war, hat der von solchen aus Nicht-Käfigsystemen substantiell zugenommen, in Deutschland z.B. um über 300 %. Somit hat der Verbraucher generell weniger Eier, aber dafür vermehrt Eier aus tiergerechter Erzeugung konsumiert.

Dem Bericht zufolge wuchs der Anteil der Legehennen in Nicht-Käfigsystemen durchschnittlich von 8,7 % im Jahr 1995 auf 30,2 % im Jahr 2004. Schweden, Österreich und die Niederlande wiesen dabei mit 45 % oder mehr den höchsten Anteil von Nicht-Käfigsystemen auf. Im Gegensatz dazu werden in Deutschland derzeit noch immer etwa 38 Millionen Hennen in Beständen mit mehr als 30.000 Tieren gehalten. 78 % von ihnen leben in qualvollen und engen Käfigen; jedoch sank auch hier der Anteil von Käfighaltungen im Untersuchungszeitraum um rund 32 %.

 

Keine Steuergelder mehr für grausamste Tierquälerei: EU-Ausschuss macht Weg frei für Ende der EU-Subventionen für Lebendtransporten von so genannten Schlachttieren

Der heute in Brüssel tagende Verwaltungsausschuss für Rindfleisch hat soeben über das sofortige Ende der EU-Subventionen für Schlachttiertransporte abgestimmt. EU-Landwirtschaftskommissarin Mariann Fischer-Boel hatte einen Verordnungsentwurf vorgelegt. Um das Ende der Qualsubventionen noch zu stoppen, hätte sich der Ausschuss mit qualifizierter Mehrheit dagegen aussprechen müssen. Diese Mehrheit kam nicht zustande. Damit ist der Weg für die EU-Landwirtschaftskommissarin frei, das Ende der Zahlungen direkt beschließen zu lassen, ohne weitere Beratungen im EU-Rat. Diese Entscheidung ist für Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, ein Meilenstein für den Tierschutz: „Es ist ein Riesenerfolg. Unser jahrelanger Kampf führt endlich zum Ziel. Die Nutznießer des blutigen Geschäfts mit Schlachttieren werden zukünftig keine Profite mehr auf dem Rücken der Tiere machen können. Ein Geschäft, das bisher mit Steuergeldern finanziert wird.“ Die deutschen Vertreter haben den Beschluss in der Sitzung ausdrücklich unterstützt.

Allein über 200.000 Rinder werden bisher Jahr für Jahr unter unsäglichen Bedingungen bis in den Vorderen Orient transportiert. In erster Linie handelt es sich dabei um Schlachttiere. Wolfgang Apel erlebte im Sommer als Augenzeuge hautnah die Tierqual bei Transport und Verladung auf dem Weg von Norddeutschland über Südfrankreich bis nach Beirut. Er begleitete ein ZDF-Kamerateam mit dem Dokumentarfilmer Manfred Karremann. Die erneut vorgelegten Beweise haben die EU-Kommissarin und die Ausschussmitglieder offenbar entscheidend dazu bewegt, endlich zu handeln. Für die Exporte von lebenden Rindern in den Libanon und nach Ägypten erhalten die Beteiligten bisher noch immer Gelder in Form von EU-Subventionen. Durchschnittlich werden 231,- Euro EU-Steuergelder pro Rind an die Exporteure gezahlt. In diesem Jahr wurden ca. 77 Mio. Euro für Ausfuhrerstattungen bereitgestellt, mehr als in den Jahren vorher. Diese subventionierte Tierqual ist nun bald beendet.

   
   
 

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